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Hallo.

Ich bin Judith und lebe mit meinen vier Männern in Berlin. Hier gehts ums Eltern werden, Eltern sein und das Abenteuer Familie.

Siehdichum

Siehdichum

Auf nach Brandenburg

„Auf nach Brandenburg“, sagte der Mann heute früh. Und weil wir, obwohl wir zwar um sechs Uhr aufgestanden/ äh aufgewacht sind, erst um 10 Uhr gefrühstückt haben, kamen wir gaaanz entspannt um 12 los. Na, großartig.

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Bis dahin sagte er mir auch nicht, wo er genau hinwollte. Wahrscheinlich, weil ich, wie richtig vermutet, sofort Reden geschwungen hätte. Über das richtige Timing für solche Ausflüge zum Beispiel, oder dass es irgendwie nach hinten losgeht, wenn man eineinhalb Stunden Auto fährt…und das zweimal an einem Nachmittag, denn wir müssen ja auch wieder zurück! Denn jeder kennt das Phänomen des lustigen Kindes, das abends um sechs im Auto nochmal eingeschlafen ist und deswegen Eltern und Geschwister bis tief in die Nacht als Entertainer bespaßt. Yay.

Nach einer Stunde Autofahrt schwang ich dann trotzdem meine Reden. Allerdings stellte ich auch freudig fest, dass wir nach Siehdichum fuhren. Ein klitzekleiner Ort, nicht nur mit großartigem Namen, sondern auch mit wunderschöner Umgebung und herrlichen Wanderwegen.

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Forsthaus Siehdichum

Das Gute an diesem Timing, war das Mittagessen im Forsthaus, das wir sofort ansteuerten. Klassische Gasthausküche zu mittlerweile Brandenburg typischen Preisen. Geschmeckt hat es jedenfalls allen! Und die Kids haben sich dank großem Hunger auch von ihrer Schokoseite gezeigt.

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Gleich danach ging’s einmal um den See! Direkt am Forsthaus kann man eine gute zweistündige Runde um den Hammersee drehen (mit Kindern - ohne sicher schneller). Dank der krassen Temperaturunterschiede gab es sogar noch eine dünne Eisschicht auf der einen Seite des Sees. Wunderschön.

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Stadtkinder

Wie es sich für ordentliche Stadtkinder gehört, flogen als Erstes Jacken und Mützen durch die Gegend und die sauerstoffgedopten Kinder rannten völlig reizüberflutet durch den Wald. Es wurden sämtliche Taschen mit Eicheln, aka Fischfutter gefüllt, über Moosberge gekraxelt und mit Stockangeln an jeder kleinen Lichtung nach Fischen Ausschau gehalten. Sätze wie „Riech mal an meinem Finger, das riecht wie Tausendfüßlerkacke“ oder „ ich will nachher Apfelkuchen, Äpfel gibts doch hier in der Wildnis“, ließen mich kurz überlegen, ob wir unseren Wunsch aufs Land zu ziehen irgendwie beschleunigen sollten. Nicht, dass hier in der Stadt noch irreparable Schäden entstehen. Schließlich rannte mein Sandwichkind aber laut brüllend „ich bin ein Affe…uuaaaarrrhhhh“ an mir vorbei und ich atmete erleichtert auf.

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Der Kleinste nutzte derweil jede Gelegenheit, um einzelnes Laub in Seelenruhe auf seine Stöcker zu spießen oder möglichst nahe am Abgrund spazieren zu gehen und uns Eltern damit sanft, aber sicher auf Trab zu halten.

Irgendwann kam ihm dann die Idee, dass es bei Mama auf dem Arm am schönsten ist. Spitzen Itze. Setzte sich auf den Weg und schrie. Mit eineinhalb Jahren. Großartig.

Keine Angst, das Foto war schnell gemacht und ich hab ihn natürlich den Rest des Weges getragen und geknuddelt!

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Anbaden und belgische Waffeln

Dass der Hund im Glück war, muss an dieser Stelle wohl kaum erwähnt werden. Premiere war allerdings das Anbaden im Februar, also immerhin bis zum Bauch. Den von mir geworfenen Stock hat er deutlich ignoriert.

Wieder zurück im Forsthaus gab es dann Kaffee und belgische Waffeln. Diesmal zeigten die Kinder freundlicherweise auch ihre andere Seite. Es waren aber sehr nette Rentner dort, die uns lächelnd zunickten mit den Worten: „wir hatten ja auch Kinder“. Geht doch. Wir haben sie dennoch, oder vielleicht deswegen, schnell erlöst und sind nach Hause gedüst.

Ausflugsfazit: das Publikum dort war eher jenseits der dreißig und man muss schnell sein, sonst ist der Kuchen weg. Die Gegend ist sehr schön und im Herbst gibt es dort sicher ein Blaubeerparadies. Als Tagesausflug von Berlin durchaus machbar und lohnenswert.

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…und nun liege ich um halb zehn abends im Bett mit allen Mäusen, schreibe auf dem Handy diesen Blogeintrag und neben mir fragt jemand mit zuckersüßer Stimme: „mat du?“

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“Mama, ich will ein Alpaka!”

“Mama, ich will ein Alpaka!”

Der Fisch und die Fliege

Der Fisch und die Fliege